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Archive for September 2010

Diashow Indonesien

Aus technischen Gruenden und dank flickrs neuer Speicherplatzbegrenzung fuege ich nachtraeglich Slideshows in die entsprechenden Blogeintraege ein. Nix kapiert? Macht nix, einfach die letzten beiden Monate nochmal lesen, dieses Mal gibt es dazu Bilder. Ich mag keine Computer.

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Wir sind Eltern geworden! Es ist ein gesundes kleines Maedchen mit sehr vielen schwarzen Haaren und einem, aehem, kurzen Schwanz. Masu fand eines Abends auf der Strasse in Rantepao ein orientierungsloses Katzenbaby, das auf der erfolglosen Suche nach Futter und Mutter war. Also kuemmerte Masu sich zunaechst um ein Huhn und wartete auf die Rabenmutter, die allerdings laengerfristig aushaeusig zu sein schien. Also schlief das Kind bei uns, verspeiste kiloweise Huhn und stieg am naechsten Morgen mit in den Bus, da sich kein passender Mutterersatz fand. Auf der zehnstuendigen Busfahrt bewies sich, dass es sich um eine echte indonesische Katze handelte, die genauso viel kotzen konnte wie ihre menschlichen Landsmaenner und -frauen – kein Wunder bei ca. 2 kg Huhn auf 200 g Lebendgewicht, stundenlangen Serpentinen und indonesischen Schlagern, die nur eine halbe Stunde lustig und dann die pure Folter waren (Wir sassen selbstverstaendlich unter dem Lautsprecher.). Beim Zwischenstopp in Tentena dasselbe Spiel wie am Vortag: Man bestaunt uns, als haetten wir einen Elefantenbaby dabei, das Unverstaendnis schwankt zwischen echtem Ekel und Mitleid wegen unseres desolaten mentalen Zustandes, wie kann man nur eine Katze mitnehmen??? Indonesier moegen Tiere, wenn man sie essen kann, Katzen gehoeren nicht dazu. Also wieder keine Adoptiveltern, wieder rein in den Bus, und in den naechsten, und irgendwann erzaehlt uns der Mitreisende mit dem groessten Mitleid, dass es in Bomba auf den Togean Islands diese verrueckte Amerikanerin mit einem Hotel gibt, die Tiere liebt. Wie schoen, nun haben wir wenigstens ein Ziel! Ein letztes Boot und das Katzenparadies ist erreicht… und das Glueck ist uns hold, es ist gleichzeitig ein Menschenparadies! Grosse Bungalows direkt am Strand, ein Steg mit Direktzugang zu Korallen und bunten Fischen, Kartoffeln zum Essen und Sylvie, die ohne zu zoegern der Katzenadoption zustimmt. Erleichterung. Vorerst. Die Katze lebt in unserem Bungalow, waechst und gedeiht, lernt das Anschleichen und Anspringen mit kleineren koordinativen Optimierungsmoeglichkeiten, schlaeft mitten im Spiel ein, macht begleitete Ausfluege auf den Steg, mampft Fisch, als ob es kein morgen gaebe, laesst sich flaemische Katzeneinschlaflieder vorsingen und vermisst nur ab und zu ihre Katzenrabenmutter, wenn sie – seltsamerweise in Masus Unterleibsregionen – nach Milch sucht und fleissig Luft nuckelt. Wir Eltern haben dann und wann auch Freizeit, die voellig ausgefuellt ist mit Haengematte, Gitarrespielen, Schnorcheln, Rumhaengen und uns auf die naechste Mahlzeit freuen. Ist aber nicht langweilig, denn wir sind in Wahrheit gar nicht in der Naehe von Bomba, sondern in der Schrebergartenkolonie Germania gelandet, ein Verein, der Wert auf Geselligkeit beim Nichtstun legt: Stammtischgruender Steffi und Fabian, zum dritten Mal bei Sylvie und damit quasi Dauercamper; Parzelle Bavaria mit Sandra und Stefan, die uns die Vielfarbigkeit der deutschen Sprache vor Augen fuehren (“I bin zsammgfoin.”), Ursel und Alois, die tatsaechlich hochdeutsch koennen, und Youngster Michael; sowie Enklave Bruessel samt Katze. Kommentar von Sylvie zur Herkunftsstruktur ihrer Gaesteschar: “Please don’t do any marching on the beach.” Zusammen brachten wir es in ueber einer Woche Aufenhalt auf ganze fuenf Aktivitaeten:
1.Tauchen. Mein erster fun dive nach dem Kurs, und meine Luft hat fuer unschlagbare 76 Minuten gereicht, was war ich stolz! Stolzer koennen die Tieftaucher Fabian und Stefan sein, die nach einem 43 m Tauchgang im Dauertiefenrausch waren und 57 m nachgelegt haben. Loco!
2.Wandern. Das Trinkwasser war aus, weswegen wir beschlossen, durch den Dschungel nach Bomba zu laufen. Wenn wir den Mann nicht getroffen haetten, der seinen Hauptwohnsitz im Wald hat, waeren wir da wahrscheinlich immer noch.
3.Badminton spielen. Die Maenner spielten, die Frauen machten die Spielerfrauen.
4.Nachtschnorcheln mit c-h. Plankton blinkt so schoen gruen in der Nacht, wenn man fleissig mit Armen und Beinen wedelt, Ozeandisko sozusagen. Man sollte uebrigens nicht mit Maske kopfueber vom Steg springen, weil das einen aehnlichen Effekt hat wie Steinschlag durch zu nahes Auffahren bei indonesischen Bussen. Stefan blies die Maske zweimal erfolglos aus, bis er feststellte, dass das ohne Glas auch schwierig werden wuerde.
5.Kniffeln. Aber nur eine Runde, man musste so viel rechnen.
Ein Gespraech ueber einen bierliebenden Amerikaner, der auch tagsueber statt Wasser Bintang genoss, schloss Steffi mit der Feststellung: “Jaaa, der hat ja auch frei.”
So gingen die Tage dahin, nur selten gestoert durch sich gestoert fuehlende Hochzeitsreisende (die mit dem Fahrrad unterwegs waren und erst bei Ankunft bemerkten, dass es in Sulawesi a) zu heiss und b) zu bergig zum Radfahren ist) oder Oesterreicher, die unsere Mitteilsamkeit ueber diverse Darmkrankheiten zur sofortigen Abreise verleitete, was wir aber wirklich nicht so gemeint hatten. Unsere Abreise nahm Formen an und damit rueckte der Abschied von der mittlerweile nicht mehr namenlosen Katze, Sylvie hatte sie Cleo getauft, naeher. Leicht hysterische Gluckenmutter, die ich geworden war, beschuetzte ich mein Baby vor den Hunden und suchte weiterhin nach Nachfolgeeltern, die sich waehrend der Ramadanfeierlichkeiten um sie kuemmern koennten. Naechster Versuch bei einem neu eingetroffenen franzoesischen Paerchen, die unmittelbar ihre Hundeabneigung kund getan hatten, was unguenstig ist in einem Resort, in dem die Hunde auf dem Esstisch schlafen, aber gut. Ich (hoffnungsvoll): “Do you like cats?” Die Franzoesin (angewidert): “I ate cats!” Betretenes Schweigen am Tisch. Ein paar Minuten spaeter das erste Wispern: “Sie isst Katzen?” “Keine Ahnung.” “Wieso tut sie das?” “Die essen ja auch Froesche.” Es dauerte, bis uns aufging, dass die tierliebe Franzoesin mit sexy Akzent einfach nur das H vergessen hatte. Mein grosser Abschiedsschmerz wurde durch die Gewissheit gelindert, den besten Katzenort von ganz Indonesien gefunden zu haben, und Sandras und Stefans Babysitterdienste fuer eine weitere Nacht, und das trotz Katzenhaarallergie, vielen Dank dafuer! Wir erweitern das Kapitel “Lessons learned while traveling”:
1.Nichts von emotionalem Wert von zu Hause mitnehmen, auch keine Kissen.
2.Nichts von emotionalem Wert auf der Reise finden, auch keine Katzen.
Was bleibt? So long and thanks for all the fish!

Alle Fischfotos sind uebrigens nicht von mir, sondern von Fabian, terima kasih!

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