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Archive for April 2011

Eine Deluxe-Busfahrt, zwei Flüge und einen Monat später ist der Dalai Lama sehr weit weg, wie er hier so neben mir auf dem Sofa sitzt. Wie ist denn das, das Zurückkommen?

Es ist aufregend und wunderbar. Alle Elternpaare samt heißgeliebter Minimimi standen in der Ankunftshalle, fütterten uns mit Currywurst und Sekt und trugen uns auf Schultern im Triumphzug in das Reich der gefüllten Kühlschränke, Badewannen und Klamottenonlinebestellungen. Ein angenehmer Mix aus Alt und Neu auch an dem Ort, an dem ich ca. ein Tagesdrittel verbringe, meine allerliebsten komischen Mitschaffenden, der ewige Kampf um Kaffee, die kleinen Absurditäten der öffentlichen Verwaltung. Brüssel, richtig in Frühlingsschale geschmissen, nimmt mich einfach so zurück, als ob nichts gewesen wäre. Die Wohnung ist die alte mit dem Knarrholz und dem Nichtbadezimmer und den unverhältnismäßig vielen Treppen, ergänzt nur von der Nachbarskatze, die jetzt in Teilzeit auch hier wohnt.

Und nach der ganzen Aufregung und Freude über das bekannte Schöne schleicht sich ganz, ganz vorsichtig von hinten der Alltagstrott heran und nagt sich durch das Rückenmark bis ins Gehirn, lähmt die tanzenden Neuronen und flüstert diabolisch Termine, Verpflichtungen und Korsette in die Hirnwindungen. Nicht gut. Auf Reisen wird viel gelernt, aber wie man mit Zwängen umgeht, das lernt man eben nicht. Weil man keine hat.

Ich werde es lernen, und bis dahin werde ich es genießen, Zeit mit Menschen zu verbringen, die mir im letzten Jahr wirklich sehr gefehlt haben. Ich werde meinen Souvenirkoffer auspacken und kleine Geschenke herauszaubern: die Zeit aus Afrika, die Wärme aus Asien, die Sorglosigkeit aus Australien und das Gleichgewicht aus Indien.

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